Der Doppel-Whopper Müller/Finke bucht Last Minute 3:2-Sieg gegen den FSV Langwedel-Völkersen II

Kam das Unentschieden am letzten Wochenende gegen den TSV Otterstedt schon einem Waterboarding für Nerven gleich, so war das, was sich am Freitagabend ab 19:00 Uhr bei Flutlicht auf dem Hauptplatz an der Stader Str. abspielte, einem Gemälde von Pieter Brueghel der Jüngere (auch Höllenbreughel genannt) nicht unähnlich. Die Spannung stieg mit fortschreitender Spieldauer und fand erst kurz vor Schluss seine Erlösung im Sebastian-Finke-Doppelpack. Aber allein der Blick am Spielende in das bis über beide Ohren strahlende Gesicht von Sebastian Finke, ein Lächeln, das soviel mehr für die fussballerische Zukunft verspricht, war für all die Anspannung Entschädigung genug.

Doch zum Spiel. Die Voraussetzungen hier waren alles andere als gut. Nicht nur, dass wir mit Timo Erdelmeier und Philip The Nr. 19 Wichmann mit einer komplett neuen Innenverteidigungen spielen mussten, die so noch nie zusammengespielt hatte. Wir mussten kurzfristig auch noch den Torwart ersetzen. Tobias Hollander hatte sich am Mittwoch im Training einen Bänderriss zugezog und fällt leider für den Rest der Hinrunde aus. Da auch unser Ersatztorwart Eike Bremer nicht zur Verfügung stand, sprang Thorsten Rösler von der Ü32 ein. Und im zentralen Mittelfeld fehlte uns Sebastian Die Lunge Wrede, der unter der Woche irgend so einem zweitklassigen Bundesligaverein (O-Ton Thomas Tuchel) in Richtung Portugal nachreiste.

Die erste Hälfte lässt sich ziemlich schnell zusammenfassen. Beide Teams neutralisierten sich über die gesamten 45 Minuten und es gab nur sehr wenige Torraumszenen. Während wir drei gute Gelegenheiten durch Kai Bartels, Nassim Ghariz und Jan Schmidt auf unserem Konto verbuchen konnten, hatte der FSV Langwedel-Völkersen II nur eine einzige. Der Unterschied war, dass wir dreimal scheiterten, während unsere Gäste mit ihrer einzigen Gelegenheit gleich den Führungstreffer erzielten. Für Thorsten Rösler im Tor war dies eine richtig bescheidene erste Hälfte, in der es für ihn nicht viel zu tun gab. Nur der eine Ball, der aufs Tor kam, der war auch gleich im Netz. Zuerst bekam Timo Erdelmeier bei einem Zweikampf an der Seitenlinie bedingt durch Standprobleme den Ball nicht unter Kontrolle. Dann konnte Jan Schmidt im Anschluss den Schuss von der Strafraumkante zwar noch blocken, der Abpraller sprang dem Strümer von Langwedel-Völkersen aber durch unsere Innenverteidigung hindurch genau in den Lauf. Im anschließenden 1 gegen 1 hatte Thorsten Rösler keine Abwehrchance mehr. Eine Minute später hatten unsere Gäste fast die Gelegenheit auf 0:2 zu erhöhen. Der Schiedsrichter pfiff aber den mit einem langen Ball freigespielten Stürmer wegen vermeintlicher Abseitsposition zurück; was wahrscheinlich eine Fehlentscheidung war. Und so ging es für uns mit einem unglücklichen Rückstand in die Pause.

Durchgang zwei wurde von uns offensiver gestaltet und der Gegner früh im Spielaufbau unter Druck gesetzt. Zuerst setzte Carsten Gloystein, der für seine Offensivstärke im Kopfballspiel überregional bekannt ist, einen Kopfball divenhaft denkbar knapp neben das Tor. Und bei einem weiteren Eckball verfehlte Jan Schmidt mit einem wuchtigen Dropkickschuss das Gehäuse nur um Haaresbreite. Die Gäste hatten jetzt etwas mehr Platz im Angriff und so kamen mehr Schüsse aus unser Tor, die aber alle, bis auf einen, keine Gefahr darstellten. In der 60. Spielminute bekam Langwedel-Völkersen einen Freistoß im Mittelfeld zugesprochen, der punktgenau zum 0:2 erst auf den Kopf der Nummer 11 und dann in unserem Tor landete.
Das Spiel gegen Otterstedt noch im Kopf gab es für uns auch jetzt kein Aufgeben und wir rannten immer weiter an. In der 70. Minute ergab sich nach einem Foul an Nassim eine gute Freistoßgelegenheit aus 22m in zentraler Position. Felix Polacek zog den Ball hart und als Aufsetzter direkt auf den Torwart, der mit der Kontrolle größte Probleme hatte und den Ball nach vorne abprallen ließ. Philipp Müller schaltete am schnellsten und drücken den Abpraller in die Maschen. Der wichtige Anschlusstreffer, die Lifeline, war erzielt. Jetzt kam Bewegung in unsere Ersatzbank und Sebastian Finke machte sich auf, seinen Organismus, seine gefürchtete Kampfplauze, für die kommende schwere Aufgabe in Einsatzbereitschaft zu bringen. Kurzes Stretching, drei Alibi-Sprints und der König der Goalgetter war Ready for the Battle. In der 72. Minute betrat er gemütlich den Platz und schaute sich das Geschehen in den folgenden 10 Minuten in aller Bierruhe an. Und was er dann zeigte, war eine Demonstration fußballerischer Extra-Goalgetter-Klasse.

Einen Angriff von Langwedel-Völkersen in der 85. Minute unterband Timo Erdelmeier in Zusammenarbeit mit Felix Polacek. Timo konnte den Ball behaupten und mit einem schnellen 2-Linienpass auf Sebastian Finke, der von der gegnerischen Abwehr für einen kurzen Moment aus den Augen gelassen wurde, den Ausgleichstreffer einleiten. Nach Ballannahme und einem kurzen Sprint schaute Finke sich aus halblinker Position den Torwart aus und überwand ihn mit einem unhaltbaren Schuss in die lange Ecke, wie ihn nur ein Finke hinlegen kann. Und nur 2 Minuten später, Langwedel-Völkersen war wieder im Angriff, konnte Christian Bott einen Diagonalball in die Spitze abfangen und auf Dennis Hora weiterleiten. Dennis Ich-Bringe-2-Bälle-Pro-Halbzeit-Zum-Mann Hora fand mit seinem langen Pass Sebastian Finke, der erneut von der Gästeabwehr aus den Augen gelassen wurde. Vor Selbstbewusstsein strotzend entschied sich Finke diesmal für die riskante Variante und wählte das Laufduell mit dem Innenverteidiger. An diesem vorbei (der Coach hatte da erhebliche Zweifel, ob das gut geht), zelebrierte er einen Außenristschuss am herausstürmenden Torwart vorbei zur 3:2 Führung, wie es nur ein König Finke kann – und sein Volk lag ihm jubelnd zu Füßen.

Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Gleich mit dem Gegenzug hatte Langwedel-Völkersen die große Gelegenheit zum Ausgleich. Thorsten Rösler im Tor warf nochmal alles rein und setzte den Stürmer beim Schuss aus spitzem Winkel dermaßen unter Druck, dass dieser nur das Außennetz traf. Auch wenn wir in dieser Situation sehr viel Glück hatten, war der Sieg am Ende doch verdient.

Nachtrag: Die letzte Chance von Langwedel-Völkersen habe ich leider vergessen ins erste Video zu packen – deswegen das kürzere zweite Video.

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