Mr. 100% und ein 20 minütiges Warm Up für den Sieg …

Gestern stand das Rückspiel gegen den SV Baden an. Das Hinspiel ging ja bekanntlich aufgrund einer schlechten ersten Halbzeit von uns mit 4:2 verloren. Wir hatten da also etwas gut zu machen. Zudem: Endlich mal wieder ein Spiel auf Rasen; auf unserem Platz C an der Pestalozzi-Schule – unser heimisches Geläuf. Wie schon beim Spiel gegen den FC Borstel war auch diesmal fast die ganze Mannschaft am Vorabend auf zwei Geburtstagen unterwegs. Die Trainer wußten also nicht, was am Spieltag beim Treffpunkt auf sie warten würde? Der Blick in das Gesicht leistungsbereiter junger Männer oder etwa der Blick in den Braukeller der Hölle? Situationserschwerend kam hinzu, dass der Trainerstuhl vor dem Spiel gehörig am wackeln war, gingen die letzten zwei Spiel in Folge doch verloren. Um den Ernst der Lage zu verdeutlichen, legte Ole Großklaus die gefürchtete Stuhlsäge demonstrativ vor Spielbeginn auf den Boden der Umkleidekabine. In der 3. Herren konnte sich nämlich auf Anhieb keiner mehr so recht erinnern, wann wir das letzte Mal drei Spiele in Folge verloren hatten. Aber nach dem Motto „Que sera, sera – What ever will be, will be!“ muss man halt das Beste aus der Situation machen. Und am Ende der Situation stand ein 2:1 Heimsieg auf der Habenseite und eine stumpfe Säge in Oles Sporttasche.

Neben der von uns überlegen geführten 1. Halbzeit beruhte der Sieg zu einem großen Teil auf der Leistung von Mario ‚Mr. 100%‘ Gröger, der nicht einen Zweikampf am gestrigen Tag verlor, und von Ruven Bertram, die menschliche Fußball-Drohne mit eingebauter Home-Coming-Funktion. Ein Feature übrigens, welches man sich als Trainer eigentlich bei jedem Spieler wünscht, was in der Realität aber eine Rarität ist und sich auch nicht so einfach antrainieren läßt.


Definition: Home-Coming-Funktion. Die Home-Coming-Funktion läßt einen Spieler unabhängig von seiner Position bei Ballverlust der eigenen Mannschaft automatisch in den Defensivmodus umschalten.


Bereits in der 2. Minute hatte Timo Erdelmeier die Gelegenheit zur frühen Führung für uns. Ole Großklaus setze bei einer Rückgabe auf den Torwart so energisch nach, dass der Keeper der Badener den Ball nur unter höchster Bedrängnis zur Seite wegschlagen konnte. Dort, ca. 30m vor dem Tor, stand jedoch Timo Erdelmeier, der es sofort mit einem Flugball über den Torwart hinweg versuchte. Nur ganz knapp flog der Ball über die Latte ins Toraus.


Lars Weber: Weißt du, was scheiße ist? Wir haben Freitag im Training trainiert, die Bälle über’s Tor zu schießen. Ernsthaft. Ernsthaft.

M. Blöthe: Scheiße

2. Minute: nach der Großchance von Timo


Kurz daruf, in der 18. Spielminute, nutzte Sebastian Wrede eine Unachtsamkeit der Badener Hintermannschaft, als diese einen Freistoß an der Mittellinie kurz ausführte. Sebastian konnte dem Innenverteidiger den Ball vom Fuß spitzeln und alleine aufs Tor rennen. Bevor er von den nacheilenden Verteidigern gestellt wurde, legte Basti den Ball auf die linke Seite, wo Ole Großklaus mit seinem weltbekannten Piekespreitzschuss den Ball am Torwart vorbei an den Pfosten setzen konnte. Keine fünf Minuten gab es eine weitere gute Gelegenheit. Felix Polacek verzog nach einer Hereingabe von Eduard Denhof den Ball mit einem Seitfallzieher jedoch denkbar knapp.
Kurz vor der Halbzeit hatte erneut Ole Großklaus eine gute Einschussmöglichkeit. Doch bei seinem Schuss auf das lange Ecke hätte er doch lieber noch ein kaltes Schnitzel drauf gelegt.

Insgesamt wurden die ersten 45 Minuten von uns nahezu komplett dominiert. Der SV Baden kam nur sporadisch in Tornähe und die wenigen Angriffsversuche wurden von uns souverän verteidigt. So kamen unsere Gäste in der 1. Halbzeit lediglich 2-mal zum Abschluss, ohne dabei jedoch wirklich gefährlich zu werden.


Ole: Timo, es war wirklich ein gutes Spiel, Timo!

64. Minute – Ole zur Auswechslung von Timo Erdelmeier


Mit Wiederanpfiff hatte Baden in den ersten Minuten die besseren Aktionen; wenn auch unter tatkräftiger Mifhilfer von unserer Seite. Zunächst schlug Christof Schreiber im Spielaufbau ein kapitales Luftloch, wodurch Baden einen Konter fahren konnte. Wenig später unterlief Mario Gröger im Spielaufbau mit einem fatalen hohen Querpass sein einziger Fehler an diesem Tag, der allerdings zu einer sehr nahezu 100%igen Torchance für Baden führte. Doch Dennis Welke, der im Tor für den verhinderten Tobias Hollander stand, blieb in der 1:1-Situation der klare Sieger.
Der verdiente Führungstreffer gelang uns in der 57. Minute im Anschluss an einen Freistoß. Zunächst wurde der von Timo Erdelmeier getretene Freistoß von der Mauer abgewehrt. Im Nachschuss traf Dennis Hora aus 30m nur die Latte. Über mehrere Banden (Felix Polacek und Ole Großklaus) rolle das Leder Nassim Ghariz direkt vor die Füße, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste.
Doch die Freude wärte nur kurz, denn der völlig überraschende Ausgleichstreffer fiel nur 5 Minuten später. Nach einem Einwurf in Nähe der Eckfahne bekam der Badener Spieler den Ball wieder und traf die Kugel beim direkten Flankenversuch so (un)glücklich, dass der Ball sich über den völlig überraschten Dennis Welke hinweg ins Tor senkte. Ein Tor, wie man es nur einmal in seiner Laufbahn erzielt.

Kurz vor dem Ausgleich wurde Ruven Bertram eingewechselt, der sich zuvor fast 20 Minuten an der Seitenlinie warm gemacht hatte. Dies mag jetzt vielleicht etwas übertrieben wirken, aber so ein filigraner Hochleistungsfussballer geht nicht ohne eine adäquate Vorbereitung in die entscheidende Phase der Schlacht. Diese Auswechslung wurde zunächst noch etwas hämisch von unserer Nr. 19 kommentiert, doch sollte er schon sehr bald eines Besseren belehrt werden. Denn nur kurz Zeit nach dem Ausgleich landete ein Abstoß von Dennis Welke über Ole Großklaus und Sebastian Wrede bei Ruven, der mit einem schnellen Pass aus der Drehung den Ball in den Rücken der Abwehr spielte. Ohne diese intensive Aufwärmphase, da ist sich das Trainergespann einig, hätte Ruven sich bei dieser Drehung schwer verletzt. Carsten Gloystein, der nach einer intensiven Unterweisung im Umgang mit scharfen Gegenständen wieder mit von der Partie war, warf seinen Turbo ein, nahm den Pass von Ruven auf und zog mit dem Ball am Fuß an zwei Gegenspielern vorbei in den Strafraum. Carsten spielte den Ball zurück auf Ruven, dessen erster Schuss noch geblockt wurde. Doch im Nachschuss war er mit seinem gefürchteten Außenristschieber erfolgreich.


Ole: Der Ball ist platt!

Baden: Du bist auch platt

Ole: Ey, muss ich mich hier beleidigen lassen?

Benny: Muß ich jetzt mit dir zum Seelsorger fahren?

84. Minute – kleiner Disput an der Seitenlinie


In der Folgezeit nahmen wir etwas Tempo aus dem Spiel und Baden hatte jetzt deutlich bessere Aktionen in Richtung Tor, ohne dabei aber richtig gefährlich zu werden. Denn wenn es mal gefährlich zu werden drohte, war Mario Gröger, Mr. 100%, zur Stelle, der, wie bereits erwähnt, am heutigen Tag nicht einen Zweikampf verlor. In Zusammenarbeit mit Christof Schreiber ließ er da heute nichts anbrennen.

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