0:5 gegen den TSV Blender oder einfach: Voll auf die Fresse …

Konnte der wackelige Trainerstuhl am letzten Wochenende noch mit einem Sieg gegen den SV Baden stabilisiert werden, dürfte Oko sich nach dem Spiel gegen den TSV Blender wieder des Nachts in seine heimische Werkstatt schleichen und voller Eifer die Zähne seiner Blattsäge einzeln mit der Nagelfeile schärfen. Doch, die Niederlage war auch in der Höhe vollkommen verdient. Über 90 Minuten war Blender die deutlich bessere Mannschaft und wir hatten durch Kai Bartels (1. Minute) und mit dem verschossenen Foulelfmeter durch Felix Polacek (30. Minute) nur zwei echte Torgelegenheiten. Ansonsten war es bei uns im Angriff mit der Gefahr aber mal sowas von lau. Kai Bartels, Nassim Ghariz oder Ole Großklaus befanden sich trotz traumhafter Frühlingstemperaturen komplett im Winterschlafmodus. Und hätte Tobias Hollander in den letzten Minuten nicht alles riskiert, die Niederlage wäre noch höher ausgefallen; auch darüber hätte sich Niemand beschweren brauchen. Überhaupt erreichte neben Tobias Hollander nur noch Christof Schreiber als Verteidigungs-Organigramm annähernd Normalform und spulte sein Programm wie eine Maschine gewohnt mit viel Einsatz ab. Daneben waren ein Sebastian Wrede oder ein Felix Polacek nur Schatten ihrer Selbst. Ob ein Felix überhaupt mitspielt, war bis zu seinem verschossenen Elfmeter für den Beobachter überhaupt nicht klar erkennbar. Und Sebastian rannt über 90 Minuten wie ein aufgescheuchter Dortmunder Feldhamster auf der Suche nach Schalke04-Asseln über den Platz. Es stellen sich nach diesem Spiel daher eigentlich nur zwei Fragen:

(1) Wer trägt an dieser Misere die Schuld und …

(2) Wann ist die Säge von Oko endlich scharf genug um ihrer vorgesehenen Bestimmung nachzukommen?

Kritiker behaupten jedenfalls, Okos Handhabung der Trainerstuhlsäge sei ein Spiegelbild seiner fußballerischen Fähigkeiten auf dem Feld. Viel Lärm und Staub, aber am Ende klemmt es. Ok, es ist jetzt etwas billig, die eigene Verantwortung auf einen einzelnen Spieler abschieben zu wollen. Aber nur weil es billig ist, ist es noch lange nicht falsch. Aber ist es auch wahr? Geht die Einsicht beim Trainerteam so weit, daß man schon zum nächsten Spiel wieder eine schlagkräftige Truppe aufs Feld stellen kann; hoch motiviert und taktisch richtig eingestellt? Oder endet die Einsicht schon kurz hinter dem Kameraobjektiv und alles bleibt so wie es war? Kann und muss man es den Trainern ankreiden, wenn ein Gloystein seine Teilnahme am Spiel unter Hinweis auf das Heidemann-Syndrom absagt? Muss man hier also von einem persönlichen Versagen ausgehen, da man allem Anschein nach einen Gloystein nicht hat überreden können sind in die Waagschale zu werfen – Heidemann-Syndrom hin oder her? Nicht einmal einen Jan Schmidt konnte man davon überzeugen, daß eine Männergrippe kein Todesurteil ist. Was stimmt da also in der Ansprache der einzelnen Spieler nicht? Und welcher Teufel muss die Trainer reiten, einen vor Kraft und Einsatzwillen trotzenden Sebastian Finke in den letzten 10 Minuten in die Innenverteidigung zu stellen? Zu einem Zeitpunkt, wo nur ein Finke das Spiel noch hätte drehen können? Übermut? Ist der ganze mediale Ruhm der nahen Vergangenheit den Verantwortlichen zu Kopf gestiegen? Sind die Trainer schon so vergeistigt, daß es nicht einmal mehr zum Platzabbau reicht? Fahnenstangen kann schließlich Jeder tragen. Wie sonst sollte man die so auffällige Häufung von nicht mehr nachvollziehbaren Entscheidungen erklären können? Wie sind die Leistungsschwankungen eines Sebastian Wredes zu erklären, wenn nicht durch falsches Training? Wenn ein Christian Bott bereits nach 10 Minuten pumpt wie ein außerirdischer Maikäfer, was stimmt dann nicht? Sind es schon Absetzbewegungen, wenn ein Dennis Hora sich lieber in Österreich aufhält, statt seine Fußballschuhe auf Platz C zu schnürren? Wenn ein Benjamin Jurczek bei tiefstehender Sonne mit der Regelmäßigkeit einer Schweizer Uhr unter die hohen Bällen unterdurch springt und den Trainern nach Hinweis auf den Sonnenstand als Urasche nichts besseres einfällt, als noch am Spielfeldrand ein Protestschreiben an den Abteilungsleiter für Beleuchtungsmittel bei Osram zu verfassen? Sollte man da nicht einfach mal in einer ruhigen Minute über einen Wechsel der Sportart nachdenken? Oder, um im Bild zu beliben, reicht es bei den beiden Seitenlinien-Hampelmännern mit Cowboy-Hut und Ballonseide nicht einmal mehr für 1 Osram in der entrückten Birne? Oder liegt die mangelnde Erleuchtung einfach in den bereits völlig durchgebrannten cerebralen Windungen des Corpus callosum?

Nach abwägen aller vorliegenden Fakten kommt das Trainerteam zu folgender Antwort: Nö. Die 3. Herren ist nun einmal eine Bande von Verrückten, Bagaluten, Hochstaplern, Heiratsschwindlern und Teetrinkern. Da muss man mit derartigen Rückschlägen immer rechnen, zu jeder Zeit und mit jeder Amplitude. Eins aber ist so sicher wie Flatulenz nach dem Verzehr von Hülsenfrüchten. Beim nächsten Spiel gegen den SV Vorwärts-Hülsen wird sie wieder mit von der Partie sein, die Oko’sche Trainerstuhlsäge.

 

(Das Video zum Spiel wird wegen technischer Probleme nachgeliefert …)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.