Der geniale Moment des Sebastian Finkestein

Es war eigentlich ein Spiel, welches wir durchaus hätten verlieren können. An den wenigen Großchancen, die der TSV Brunsbrock hatte, waren wir durch massive Fehler erheblich beteiligt. Und mit unseren Chancen in Hälfte 2 gingen wir sehr sorglos um. Daß wir am Ende noch einen Punkt behalten konnten, lag neben Sebastian Finkestein und Tobias Hollander auch an Ingo Wer.

Aber der Reihenfolge nach. Das erste Ausrufezeichen setzte Ruven Bertram mit einem Lattentreffer schon in der 5. Spielminute. In der 10. Minute gab es eine sehr kniffilige Situation vor unserem Strafraum, als die Nummer 9 von Brunsbrock mit dem Ball durchbrechen und vor dem von hinten heraneilenden Christof Schreiber kreuzen konnte. Schreiber touchierte leicht den Stürmer, der auch zu Fall kam, der Schiedsrichter verweigerte aber zu Unrecht einen Pfiff und damit auch eine mögliche Entscheidung auf Notbremse. Glück für uns, denn über 80 Minuten mit einem Mann weniger wäre das Spiel in eine ganz andere Richtung gegangen. Brunsbrock war die ganzen 90 Minuten durch seinen Mittelstürmer brandgefährlich. Christof Schreiber und Timo Erdelmeier in der Innenverteidigung mussten Schwerstarbeit verrichten. Und beide Schwerstarbeiter waren in Halbzeit Eins auch an den beiden Gegentoren entscheidend beteiligt.

Beim 0:1 in der 27. Minute war es Christof Schreiber, dessen Befreiungsschlag von (fast) der eigenen Eckfahne zu einer mustergültigen Flanke für Brunsbrocks Angreifer mutierte. Lehrbuchmäßig segelte der Ball genau auf den Kopf von Matthias Twietmeyer, der völlig unbedrängt zur Führung einnicken konnte. Tobias Hollander konnte bei dieser Aktion nur belustigt zuschauen.


Tobi: Das ist Kreisklasse

10. Minute. Tobias Hollander erster Gedanke nach dem 0:1


Doch wir brauchten nur 5 Minuten, um uns davon zu erholen und den Ausgleich zu erzielen. Sebastian Wrede kam nach einem Zusammenspiel mit Andy Itzen 23m vor dem Gästetor frei zum Schuß. Der Ball flog unhaltbar für den Torwart in die obere rechte Ecke.

Doch kurz vor der Halbzeit passierte Fehler Nummer 2. Timo Erdelmeier nahm nach einem hohen Zuspiel den Zweikampf an der Seitenauslinie gegen Brunsbrock Nr. 9 nicht richtig an, der sich mit einer einfachen Körperdrehung durchzusetzen vermochte. Auf Strafraumhöhe zog er nach Innern und traf mit seinem plazierten Schuß gegen 3 Mann und die Bewegungsrichtung von Tobi das kurze Eck. Zwar hatten wir gleich im Gegenzug in Person von Carsten Gloystein den Ausgleich auf dem Kopf, aber Kopfball ist nun einmal nicht die Sache von Carsten. So ging es mit einem knappen Rückstand in die Pause.

Mussten wir in Hälfte 1 noch gegen den Wind spielen, hatten wir nach der Pause dessen Unterstützung. So ergaben sich schlußendlich mehr Chancen das Spiel für uns zu entscheiden. Leider ließ die Chancenauswertung arg zu wünschen übrig. So traf Ole Großklaus bei einer verunglückten Hereingabe von der Seite nur den Pfosten. Und Carsten Gloystein hatte gleich mehrere Gelegenheiten, seine bisherige Torausbeute, die doch etwas zu wünschen übrig läßt, zu erhöhen. Es blieb immer nur beim Veruch. Da wir selbst 20 Minuten vor Spielende trotz Chancenplus mit 1:2 hinten lagen, musste etwas geschehen. Also sprach der Trainer und es geschah ein Finke. In der 70. Minute eingewechselt, sorgte Sebastian Finke gleich mit seiner ersten Aktion für Gefahr. Nur Carsten Gloystein, der von Finke frei gespielt wurde, konnte den Torwart nicht überwinden. Aber nun war klar, mit Finkestein im Sturm sollte noch etwas möglich sein. In der 82. Minute war es dann soweit. Ausgangspunkt dieses Spielzugs war Carsten Gloystein, der den Ball in unserer Hälfte eroberte und sich mit einem energischen Dribbling gegen 4 Gegenspieler durchsetzen konnte. Über Sebastian Wrede kam der Ball zu Sebastian Finkestein und hier begann die secundus mirabilis. Nicht nur stand Sebastian Finkestein in dieser Situation goldrichtig, er folgte auch in Bruchteilen einer Sekunde seinen fußballerischen Instinkten, als er von der Strafraumkante den tötlichen Paß auf Andy Itzen spielte. Zunächst vom Torwart angeschossen, gelang Andy im Nachsetzen der verdiente Ausgleich zum 2:2. Noch beseelt von der Finkesteinschen Genialität hätten wir im Gegenzug von Brunsbrock fast das 2:3 bekommen. Aber Tobias Hollander stand in dieser Szene einem Finkestein in Sachen Genialität in nichts nach und machte mit zwei Blitzreaktionen zwei 100%ige zunichte.

Kurz vor Ende der Partie hatte Andy Itzen bei einem Heber über den Torwart die große Gelegenheit zum Siegtreffer und Carsten Gloystein wurde im Strafraum elfmeterwürdig gefoult. Doch im Anbetracht der kniffiligen Situation aus der 10. Spielminute wäre es dann etwas zuviel des Guten für uns gewesen.

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