Sweet Home Alabama, Beckenbodengymnastik und Schweden-Schelle.

Die Schweden-Schelle, die da am Wochenende mit eisigem Ostwind über den Sportpark Stader Str. in Oyten hinweg fegte, war nicht von schlechten Eltern. Und dabei war die Vorbereitung auf die Rückrunde durch die Russen-Peitsche schon recht holprig. Der Wind war so eisig, dass unser Torwart, der in der 1. Hälfte kaum Beschäftigung fand, sich in der Halbzeitpause hinter der Ersatzbank wie ein Haufen Elend zusammen kauerte, um zumindest für eine kurze Zeitspanne dem kalten Wind zu entgehen. Auch dem Coach ging es nicht wirklich besser. Nur mit einer Trainingsjacke und ohne Handschuhe bewaffnet, stand er hinter der Kamera. Nach 10 Minuten waren die Hände blau und der Hut am Haar festfroren. Nur der geistesgegenwertige Einsatz der Frauen-Supporters in Vertretung von Nicole Weber konnte hier schlimmeres verhindern, indem sie den Coach mit einem Becher heißen Tee versorgte.

Die Männer machen Schmutz und die Frauen dürfen wieder hinterher räumen …

Die Spielvorbereitung begann schon am Freitag Abend. Wir hatten zwar einen Kader von 18 Mann aber keinen Torwart. Tobi hatten für den Sonntag Abend familiäre Verpflichtungen, die ihm eine Teilnahme am Rückrundenstart unmöglich machen sollten. Da sich allerdings kein Ersatztorwart auftreiben ließ, unternahm der Coach mit einem Anruf am Samstag einen letzten verzweifelten Versuch, Tobi doch noch irgendwie zu einem Einsatz zu überreden. Wir wissen nicht wie Tobi er es geschafft hat, seine Freundin davon zu überzeugen, daß seine Anwesenheit beim Spiel wichtiger war, als sie nach ihrem Urlaub vom Flughafen in Hamburg abzuholen. Wir wissen auch nicht mit Sicherheit wie er es geschafft hat diese Prioritätensetzen so zu verkaufen, daß sie sich nicht zurückgesetzt fühlte. Aber irgendwie hat Tobi die Quadratur des Kreises hinbekommen und stand pünktlich um 16:45 Uhr mit gepackten Sachen an der Stader Str. Wie wichtig diese Entscheidung war, sollte sich in der 37. Minute zeigen. Es war der Moment, in dem das Spiel kippen und eine ganz andere Richtung hätte nehmen können … hätte hätte Fahrradkette. Und dann gab es da noch eine mehr als erfreuliche Nachricht. Er war wieder da, der Mann mit dem Kacktor. Nach einer langen Verletzungsphase aufgrund eines Sehenabriss im Beckenboden und Monate der Beckengymnastik in der ortlichen Bewegungsgruppe „Zum rüstigen Rentner“, stand uns Ole „Oko“ Großklaus wieder zur Verfügung.


Die (Anmerk.: Gymnastikgruppe „Zum rüstigen Rentner) machen da richtig tolle Sachen, so mit Hüftkreisen und Hüftstößen und so. Ganz toll.

Ole Großklaus beim Aufwärmen

In Hälfte eins waren wir das dominierende Team mit den qualitativ und quantitativ bessern Torchancen. Die 2. Hälfte ergab ein anderes Bild. Nun waren die Gäste aus Otterstedt spielbestimmend und bereiteten uns größere Probleme, die aber unsere Abwehr um Mario Gröger, Christof Schreiber und Nassim Ghariz zu lösen wussten. Uns gelang ein Auftackt nach Maß. Gleich mit dem ersten Eckball in der 7. Spielminute gelang Enrico Gröger per Kopfstoß nach der Hereingabe von Ruven Bertram die 1:0 Führung. Und in der 10. Minute war es wiederum Enrico nach einem Eckstoß von Ruven, der das 2:0 erzielte. Diesmal verlängerte er den Ball per Kopf in die lange Ecke. In der 27. Minute hatte Otterstedt die erste wirklich nenneswerte Aktion, die hätte gefährlich werden können. Nach einer Hereingabe von der linken Seite kam ein Angreifer frei am 5er zum Kopfball. Doch der Ball war unplaziert und ohne jede Wucht, sodass Tobi damit keine Probleme hatte. Dann kam die wichtige Phase um die 37. Minute herum. Zunächst gelang Otterstedt über die linke Außenbahn in unseren Strafraum. Tobi war zwar vor dem Stürmer am Ball, konnte das Spielgerät aber nicht fest machen und musste nachfassen. Dabei brachte er den Gegner zu Fall und dem Schiedsrichter blieb keine andere Option als auf den Punkt zu zeigen. Otterstedt vergab die große Gelegenheit auf 2:1 zu verkürzen. Stattdessen kam Patrick Wutzke im direkten Gegenzug im Straumraum zu Fall. Und auch hier zeigte der Schiedsrichter unmittelbar auf den Elfmeterpunkt. Diese Gelegenheit ließ sich Dennis Hora, der kurzfristig aus Tuscaloosa, Alabama, eingeflogen wurde, nicht entgehen. Mit einem satten Schuß stellte er den Pausenstand her.


Benny: Ich dachte wir können keine Ecken?

Lars: Wir können Ecken. Es kann bloß außer Enrico keiner Kopfbälle.

8. min. Diskussion am Seitenrand

Mit dem Wiederanpfiff erhöhte Otterstedt den Druck und wir verloren in den ersten 10 Minuten die Orientierung und den Zugriff. Doch nach dieser kurzen Phase konnten wir uns wieder stabilisieren und die Angriffsbemühungen der Gäste oftmals schon im Mittelfeld unterbinden. Richtig gefährlich wurden die Versuche der Gäste nicht, trotz ihrer größeren Spielanteile. Die beste Gelegenheit hatte man in der 85. Minute. Doch Tobi konnte den scharf geschossenen Freistoß mit letztem Einsatz noch um den Pfosten lenken. Für uns ergaben sich ab der 60. Minute wieder vermehrt Aktionen in Richtung gegnerisches Tor, aber es fehlte bei vielen Aktionen die notwendige Ruhe, um den letzten Paß sauber zu spielen. Für uns war dies natürlich ein perfekter Start in die Rückrunde, zum der TSV Otterstedt vor dem Spiel mit nur einem Punkt vor uns in der Tabelle stand. Letztendlich war der Sieg verdient, wenn auch vielleicht ein Tor zu hoch. Aber danach wird Keiner mehr fragen, wenn Dennis in wenigen Wochen wieder auf seiner Veranda in Tuscaloosa sitzend ein leckeres T-Bone Steak verdrückt und aus den Lautsprechern Sweet Home Alabama von Lynyrd Skynyrd dröhnt.


Niko: Schiedsrichter, kann ich rauf?

Schiedsrichter: Jaahaaa!

Niko: Ja, das höre ich hier nicht!

86. min. Niko diskutiert mit dem Schiedsrichter

TV Oyten III vs TSV Otterstedt – 3:0

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