3. Herren reitet trotz pulmonaler Insuffizienz auf dem letzten Kolben zum 2:1 Sieg gegen den TSV Brunsbrock II

Es geht wieder um Punkte; endlich. Zwar nicht um 12 oder 10 wie beim European Song Contest, aber immerhin um drei, einen oder null Punkte. Und das ganze gleich mit einem richtigen Kracher. Mit dem Nachholspiel gegen den TSV Brunsbrock II stand gleich ein Spitzenspiel der 2. Kreisklasse an. Da waren wir also gleich voll gefordert. Und mit dem Spiel gestern wurden all die Qualen aus der Vorbereitung mit einem durchaus verdienten 2:1-Sieg belohnt.

Hey, das war ein einfacher Ballverlust. Sowas kann man nicht verteidigen.

8. min. Carsten Gloystein

Wie schon so häufig in der Saison, zeigte auch dieses Spiel zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten. Konnten wir die 1. Hälfte noch deutlich zu unseren Gunsten gestalten und eine 2:0 Führung mit Ole ‚Oko‘ Großklaus als doppelten Torschützen herausspielen, lief in der 2. Hälfte nach einem Leistungseinbruch nicht mehr viel zusammen. Auslöser für diesen Einbruch war zum einen der Ausfall von Sebastian Wrede aufgrund eines weichen Articulatio genus (Knie) sowie die erkältungsbedingte pulmonale Insuffizienz von Timo, Oko und Eduard im zentralen Mittelfeld. Neben den 3 erkältungsgeschwächten Personen mussten wir auch auf unseren Stammtorwart Tobias Hollander verzichten, der sich ein Wochenende zuvor einem „Tisch-Stabilitätstest“ unterzog (nur für Insider). Aber nach einer gefühlten Ewigkeit lag mit dem Debüt von Eduard Denhoff endlich wieder ein Hauch von Kasachstan über dem Spielfeld. Für den uninformierten Leser sei an dieser Stelle gesagt, dass eine Ewigkeit definiert ist als die Focht’sche Abwesenheit eines Eugen von mehr als 12 Monaten.

Die erste Hälfte war ein von beiden Seiten intensiv geführtes Lauf- und Kampfspiel, in dem wir über weite Strecken die Oberhand hatten. In dem räumlich engen Spiel überließ keine Mannschaft der anderen freiwillig das Feld. Die erste klare Torchance im Spiel hatten wir nach 10 Minuten und die hatte es auch gleich in sich. Nach erfolgreicher Balleroberung im Mittelfeld durch unsere Nr. 19, spielte selbiger den Ball trotz Gegnerdrucks in aller Ruhe zu Timo Erdelmeier, der mit einen Flugball auf Ole ‚Oko‘ Großklaus auf die halbrechte Position die defensive Ordnung der Brunsbrocker zerschnitt. Durch diesen öffnenden Pass konnte unser Torjäger Ole ‚Oko‘ Großklaus alleine auf das Tor von Brunsbrock zulaufen und eiskalt zur 1:0-Führung vollstrecken. Wieder einmal hat unser Torjäger gnadenlos zugeschlagen.


Diese Schusstechnik von Ole. Will der das eigentlich immer so schießen? Beim Aufwärmen wuppte der jeden Ball gefühlt bis zu Lindas. Krass ey. Im Spiel ist der ein anderer Mensch.

15. min. Tobias Hollander


Und nur 5 Minuten später hätte Oko noch einen drauf gesetzt, als er das 2:0 auf dem Fuß hatte. Eduard Denhoff spielte den Ball zu Sebastian Finke am rechten Strafraumeck, der den Ball mit dem ersten Kontakt leider nicht sofort in Schussposition hatte. Doch wie schon gegen den SV Sottrum strahlte er in dieser spannungsgeladenen Situation ein hohes Ruhepotential aus, ließ den heranstürmenden Verteidiger mit einer Seitwärtsbewegung ins Leere laufen und passte anschließend zum besagten Oko, der in klassischer Torjägermanier zentral vor dem Strafraum in Position gelaufen war. Leider ging Okos Schuss nur an den Pfosten. Aber das 2:0, was ihm hier noch verwehrt blieb, holte Oko in der 24. Minute nach. Wieder war es eine Balleroberung im Mittelfeld, die diesmal bei Sebastian Wrede landete. Sebastian spielte einen perfekten Ball in den Rückraum des linken Außenverteidigers von Brunsbrock, wo Jan Schmidt den Ball im vollen Sprint aufnahm, unwiderstehlich in Richtung Strafraum zog und mit dem Herausrücken des Innenverteidigers den Ball zentral auf – nah wen wohl? – Oko passte. Und diesmal saß der Schuss von unserem Goalgetter unhaltbar im unteren linken Eck.


Das kann ja wohl nicht wahr sein. Die stehen da mit 4 Mann in der Mauer.

40. min. Coach


Mit Beginn der 2. Hälfte hätten wir das Spiel frühzeitig in ruhigere Bahnen lenken können. Timo Erdelmeier spielte vom Anstoß weg einen langen Ball über die Abwehr auf Carsten Gloystein, der aus aussichtsreicher Position den Ball leider nicht im Tor unterbringen konnte. Das hätte eigentlich das 3:1 für uns sein müssen. Dies war dann für eine lange Zeit die einzig gefährliche Offensivaktion von uns. Ab diesem Zeitpunkt machte Brunsbrock immer mehr Druck und kam nicht nur zum verdienten Anschlusstreffer, sonders erspielte sich auch einige gefährliche Situationen, in denen der Ausgleich hätte fallen können. In der Halbzeit musste Sebastian Wrede mit einem weichen Knie auf der Bank bleiben. Und vermutlich hatte sich unsere Nr. 19 in der Halbzeitansprache bei Sebastian angesteckt, denn in der 47. Minute sackte Nr. 19 bei einer Abwehraktion ohne Gegnereinwirkung durch eine Knieinstabilität in sich zusammen, so dass er sich nur noch mit einem Foul der geschubsten Art zu helfen wußte. Der anschließende direkte Freistoß aus 20 m flog ohne Umwege an die Latte. Den rückprallenden Ball konnte Andy Itzen geistesgegenwärtig mit seinem Nasenrücken ins Toraus lenken. Der anschießende Eckstoß brachte den 2:1 Anschlusstreffer. Die hohe Hereingabe flog auf den langen Pfosten, wo Sebastian Bitter den notwendigen Kopfball zur Klärung der Situation schlicht und einfach verweigerte. Ganz richtig – verweigerte. Anders kann man es nicht sagen. Nach dem Spiel gab er auf Nachfrage zwar zu Protokoll, dass ihm in der dortigen Situation ein Spieler quer über den Füßen lag und er deswegen nicht mehr richtig hochspringen konnte. Doch nach intensivem Videostudium kommt das Analyseteam zum Schluss, dass Sebastian Bitter in der besagten Situation, wie zuvor schon unseren Nr. 19, einfach nur ein weiches Knie hatte. In Kombination mit einer ungünstigen Körpermassenverteilung fehlte es somit einfach an der notwendigen Absprungdynamik und Höhe. Und den anschließenden Kopfball konnte auch Carsten Gloystein am langen Pfosten nicht mehr verteidigen. Dieser Anschlusstreffer war absolut Bitter-unnötig, weil vermeidbar.


Mir lag da Einer quer auf den Füßen. Deswegen konnte ich nicht hochspringen.

Nach dem Spiel: Sebastian Bitter

Wenn man sich vorm Kopfballspiel drücken will, ist der lange Pfosten keine gute Idee.

Nach dem Spiel: Carsten Gloystein


Brunsbrock erhöhte jetzt den Druck und wir konnten im Mittelfeld mit unseren 3 pulmonal insuffizienten zentralen Spielern nicht mehr die Laufbereitschaft aufbringen, die notwendig gewesen wäre. So gelang es uns nicht mehr, wie noch in der 1. Hälfte, den Ball weit weg von unserem Tor zu halten, den Spielaufbau von Brunsbrock zu unterbinden oder wichtige Bälle zu erobern. Zudem waren wir bei unseren wenigen Angriffsaktionen mit zu wenig Personal im offensiven Bereich vertreten, um den Ball zu behaupten. Und Konter wurden bereits im Ansatz von uns selbst durch eine mangelnde Passqualität unterbunden. In dieser Spielphase hätte Brunsbrock durchaus der Ausgleichstreffer gelingen können; der fiel aber nicht. Zwar hatte der Gegner in der 62. Minute die ganz große Gelegenheit, als nach einem Angriff über unsere rechte Seite der Stürmer fast unbedrängt zum Kopfball kam, der Ball landete zum Glück für uns aber nur am Pfosten (Leider gibt es von dieser Szene keine Videoaufzeichnung, da die Kamera aufgrund technischer Probleme für einige Minuten nicht einsatzbereit war). Und so konnten wir in den letzten 10 Minuten nochmal alle Kräfte sammeln, wieder verstärkt dagegen halten und auch gefährliche Aktionen kreieren.

Dies waren 3 Big-Points gegen einen stark aufspielenden und auch körperlich präsenten Gegner, der uns über 90 Minuten alles abverlangte.

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