1:0-Arbeitssieg gegen den TSV Dauelsen II oder „CeeGee kann auch anders!“

Das gestrige Spiel gegen die 2. Mannschaft des TSV Dauelsen repräsentierte eher
die dunkle Seite der 2. Kreisklasse. Ein Leckerbissen war es nicht, was beide Mannschaften da auf den Platz zauberten und der Schiedsrichter hatte auch nicht seinen besten Tag. Es war nichts spielentscheidendes, aber die eine oder andere Entscheidungsfindung sorgte bei beiden Mannschaften für durchaus nachvollziehbaren Unmut. Seinen Teil zum phasenweise unansehnlichen Spiel trug auch der Platz bei, der nach dem vielen Regen in der letzten Zeit doch recht uneben war und dafür sorgte, dass auf beiden Seiten der Ball immer wieder im Paßspiel versprang.
Dauelsen ging mit der Einstellung ins Spiel, durch einen erfolgreich gestalteten Spieltag Tabellenplatz 2 zu erobern. Zumindest wurde dies unseren Fans am Spielfeldrand so kommuniziert. Kann man so machen; sowas fällt unter die legal psychologische Einflußnahme. Dazu mussten die Jungs um Nico Görtz nur gegen uns gewinnen. Der geneigte Leser dieser Seite wird allerdings wissen, wie wir zu einem solchen Ansinnen stehen. Wir mögen sowas absolut gar nicht. Dauelsen war das ganze Spiel über zwar bemüht und gewillt das Spiel zu machen. Letztendlich sprangen aber nur 2 wirkliche Torchancen (5. und 48. Minuten) im ganzen Spiel raus. Für die zuvor angekündigte Eroberung von Tabellenplatz 2 war das dann auch einfach zu wenig. Wir hingegen wollten die drei Punkte aus Dauelsen mitnehmen, um unsere Verfolger weiterhin auf Distanz zu halten. Allerdings lief auch bei uns nicht wirklich viel zusammen. Wie bereits gesagt, die dunkle Seite der Kreisklasse.

Die beste Aktion des ganzen Spiels hatten wir durch Carsten Gloystein in der 9. Minute. Im Aufbauspiel der Dauelsener, wurde der Ball zwischen den Innenverteidigern hin und her gepasst. Und einen dieser Pässe konnte Carsten Gloystein antizipieren. Der passgebende Innenverteidiger war etwas unkonzentriert und realisierte nicht, wie sich CeeGee auf die Lauer begab, sich wenige Meter nach vorne schob, um dann wie eine Cobra blitzschnell in den Pass zu laufen. Der andere Innenverteidiger, für den der Pass gedacht war, roch den Braten und stieß noch die Warnung „Nicht mehr, nicht mehr“ heraus; leider zu spät für Dauelsen und ein Geschenk für uns. CeeGee lief in den Pass und startete allein in Richtung gegnerisches Tor. Und wer hier regelmäßig mit liest, bei dem werden bei der Wortkombination Carsten Gloystein und Allein-Vorm-Torwart die Alarmglocken schellen. Zu oft schon hatte sich Carsten solche Situationen erarbeitet, den Ball aber letztendlich nicht im Tor unterbringen können. Doch diesmal sollte alles ganz anders kommen. Dicht vor dem Torwart erkennend, dass die 1:1-Situation nicht erfolgreich zu lösen und in der Mitte auch kein weiterer Spieler von uns mitgelaufen war – hier hätte eigentlich Oko gestanden, der aber diesmal nicht in der Startelf stand – vollzog CeeGee eine robbenhafte Rückwärtsbewegung mit dem Ball. Der Einschußwinkel war nun zwar besser, doch lag der Ball auf seinem schwächeren rechten Fuß; und Carsten hat seinen Rechten nur um nicht umzufallen. Der Torwart, unsicher ob der Entscheidung raus zu gehen oder im Tor zu bleiben, blieb auf halben Weg stehen. Zur Überraschung Aller, und das waren nicht wenige, zirkelte CeeGee den Ball mit Rechts am Torwart vorbei in den hinteren Torwinkel. Das ungläubige Staunen über diese Aktion wich sehr schnell der freudigen Erkenntnis, unser CeeGee kann auch anders.


Ja warum schmeißt du da hin, wenn da Hintermann ist.

46. min. Lars Weber


Den Sack zumachen, hätten wir in der 2. Hälfte können – vielleicht sogar müssen. Zunächst aber betrat mit Wiederanpfiff zur 2. Spielhälfte El Capitano Enrico Gröger nach langer Zwangspause den Rasen. Allein seine Ruhe am Ball, seine Spielübersicht und Kopfballstärke strahlten weit über unsere Innenverteidigung hinaus aus. Eigentlich sollte er erst wieder in 2 Wochen spielen. Aber die angespannte Personaldecke ließ keine andere Möglichkeit offen, Enrico zumindest in den 15-köpfigen Kader zu berufen. Und nachdem er nach der Warmmachphase sein OK für einen Einsatz gab, fiel die Entscheidung auch nicht mehr schwer. Aber wie das so mit Comebacks ist, den mit Enricos Eintritt ins Spiel feierte auch der wurstige Linkspass seinen fröhlichen Urstand. Aber zusammen mit Christof Schreiber in der Innenverteidigung brannte da nichts mehr an. Im Gegensatz zum Hinspiel, als Schreiber bereits nach 13 Minuten mit einer Roten Karte nach einer Notbremse vom Platz mußte und wir in Unterzahl ein 1:1 erkämpfen konnten, brachte er diesmal seine Routine für ganze 90 Minuten auf den Platz. Wann immer ein Stürmer über die Außenposition durchbrach, war Schreiber souverän klärend zur Stelle. Gefährlich wurde es nur einmal, als nach einem langen Abschlag vom Dauelsener Torwart der Ball schnell durch unsere Abwehr gespielt wurde. Aber der Stürmer von Dauelsen konnte alleine vor Tobias Hollander, der nach überstandener Verletzung wieder bei uns im Tor stand, den Ball nicht im Tor unterbringen.
In der 57. Minute konnte Carsten nach Zuspiel von Timo auf der linken Seite seinem Bewachen erneut entkommen, den Torwart umspielen und den Ball im Tor unterbringen. Ole Großklaus lief hierbei in der Mitte in Position und schoß den Ball, der schon längst die Torlinie überschritten hatte, nochmal zur Verdeutlichung in die Maschen. Der Schiedsrichter war da jedoch anderer Ansicht. Er pfiff dieses reguläre Tor in der fälschlichen Annahme zurück, daß erst Oko den Ball über die Linie beförderte und daher beim Abspiel oder Schuß von Carsten im Abseits stand. Wie schon im Hinspiel wurde uns somit vom Schiedsrichter ein reguläres Tor nicht gegeben.

An dieser Stelle muss nochmals auf die vermeintlich genialen Schnittstellenpässe von Timo eingegangen werden; immerhin hatte er mehrere Paß erfolgreich mit dem Außenrist gespielt. Zur Erinnerung: Es gibt vom Trainerteam eine ganz klare Arbeitsanweisung bezüglich der Nutzung des Außenrists im Paßspiel, und die lautet: Lass das. Nun hat Timo, da diese Pässe ihren Abnehmer fanden, alle Trümpfe gegen eine weitergehende Kritik in den kommenden Trainingseinheiten in der Hand. Dies ist aber kein Freibrief für Irgendjemanden in der Zukunft, nun den Wolfram Wuttke meinen machen zu müssen. Das Trainergespann wird in den nächsten Wochen viel Arbeit vor sich haben, ein mögliches Erwachen von außenristhaftiger Wurstigkeit im Keim zu ersticken.

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