Ole Großklaus als Vivien Leigh und Dennis Hora als Clark Gable in der Neuverfilmung von: Vom Winde verweht

Wie letzte Woche schon gegen Posthausen stand mit dem Spiel gegen Riede II ein weiteres Kellerduell auf dem Plan. Riede hatte als Vorletzter in der Tabelle 11 Punkte, wir 15. Riede will da unten raus und wir da nicht rein; die Clams waren also klar abgesteckt. Drei Punkte waren von der Tabellenkonstellation her für beide Mannschaften fast schon Pflicht und so entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, in dem sich beide Teams nichts schenkten. Entscheidend geprägt wurde das Spiel aber von den äußeren Bedingungen – einem Sturmtief über Norddeutschland. Der Wind wehte teilweise böig von Tor zu Tor und sorgte so für zwei in ihrem Verlauf völlig unterschiedliche Halbzeiten. Über die gesamten 90 Minuten fühlte sich der Betrachter an eine Neuverfilmung von „Vom Winde verweht“ aus dem Jahre 1939 erinnert. Entschieden wurde das Spiel neben der Witterung durch die zwei Laiendarsteller Ole Großklaus in der Rolle von Vivien Leigh, die im Original die Scarlett O’Hara spielte, und Dennis Hora in Vertretung für Clark Gable, der Rhett Butler mimte.


21. min. Kai Bartels: Lange Suppäääääää


Riede war von Beginn an bissiger und zeigte mehr Willen und Bereitschaft das Spiel zu gewinnen. Wir kamen nur schwer in die Gänge und das hatte nicht nur etwas mit dem Gegenwind zu tun. Die ersten Strafraumaktionen setzte Riede ohne dabei aber wirklich gefährlich zu werden. Wir entwickelten erst ab der 20. Minute mit einigen Aktionen Zug zum Tor. So setzte Dennis Hora in der 22. Minute einen Freistoß aus spitzem Winkel an den langen Pfosten und kurz darauf hätte Carsten Gloystein in Zusammenarbeit mit Nassim Ghariz ein Sololauf erfolgreich abschließen können, wenn das letzte Zuspiel präziser gekommen wäre. So blieb es in der 1. Hälte ein ziemlich ausgeglichenes Spiel, bis uns in der 45. Minute im Spielaufbau ein fataler Fehler unterlief. Dennis Hora spielte ein Zuspiel von Mario Gröger etwas schlampig direkt in die Mitte, wo Timo Erdelmeier nicht energisch genug nachrückte. Dadurch konnte Riede den Ball abfangen.  Durch ein schnelles Zuspiel in die Spitze kam Riedes Stürmer alleine vor Andy Itzen zum erfolgreichen Torschuß.

Von diesem Nackenschlag ließen wir uns aber nicht irritieren und spielten unser Spiel jetzt mit Rückenwind weiter. Und bereits in der 48. Minute hatte Ole Großklaus die ganze große Gelegenheit zum Ausgleich, als er durch ein perfektes Zuspiel von Sebastian Wrede zentral vor dem Tor freigespielt wurde. Doch Ole setzt mit seinem Spezialschuß, dem Pike-Spreitzschritt, den Ball über die Latte. In der 50. Minute mußte Riede den Torwart wechseln, weil der sich bei einer Rettungsaktion an der Schulter verletzte. Timo Erdelmeier flankte den Ball aus ca. 40m hoch in den Strafraum, der durch den Rückenwind richtig gefährlich wurde. Zwar konnte der Torwart den Ball noch mit einem Reflex über die Latte lenken, prallte aber bei der Landung mit seiner Schulter auf das hintere Torgestänge und konnte die Partie nicht fortführen.


48. min. Ole Großklaus: Das habe ich alles gehört. In allen Variationen und von allen Seiten.


Der verdiente Ausgleichstreffer fiel in der 78. Minute, als Christof Schreiber einen Paß an der Mittellinie abfangen und hoch an die Strafraumgrenze von Riede schlagen konnte. Carsten Gloystein war in Stellung gelaufen um den Ball aufzunehmen. Ein Abwehrspieler sprang jedoch noch dazwischen, lenkte den Ball aber vor das eigene Tor zu Ole Großklaus, der mit einem Tunnel gegen den Torwart das 1:1 erzielte. Endgültig entschieden wurde das Spiel aber durch den Wind. In den letzten 15 Minuten frischte der Wind noch einmal auf und Riede kam nun fast gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte heraus. Der Ball verlor bei Abstößen und Abschlägen im Kampf gegen die Naturgewalten so schnell an Geschwindigkeit, daß er oftmals schon 10m vor der Mittellinie herunter fiel. In der Nachspielzeit bekam Dennis Hora den Ball auf der rechten Außenbahn nach einer abgewehrten Ecke von Eduard Denhof zugespielt. Mit seinem schwächeren linken Fuß flankte Dennis den Ball als Bogenlampe von Außen in den Strafraum. Der Wind drückte den Ball in seiner Flugphase immer weiter in Richtung Tor und so fiel das Spielgerät hinter dem chancenlosen Torwart genau in den oberen Winkel.


93. min. Gespräch zwischen Oko, Lars und Dennis nach dem 1:2:

Oko: Nimm ein Taschentuch, lieber Dennis. In den entscheidenden Augenblicken deines Lebens hattest du nie ein Taschentuch.

Dennis: Du bist herzlos, aber mit Charme. Du hast mehr Charme als die Polizei erlaubt.

Lars: Oh, ich bin mir immer noch nicht darüber klar, wer von euch beiden der hübschere ist. Ich lag die ganze Nacht wach und fand es nicht raus.


Natürlich freut man sich über ein solches Tor, zumal es kurz vor dem Schlußpfiff fiel und den ersehnten 3er für uns brachte. Aber als Fußballer kann man auch die Enttäuschung des Gegenübers nachempfinden, wenn man in einem so wichtigen Spiel alles in die Waagschale wirft, nur um kurz vor Schluß durch so eine scheiß Windböe einen Tritt in die Eier zu bekommen. Man hat so viel investiert und am Ende ist es … Vom Winde verweht.

 

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