Hektisches Geknödel auf dem Hauptplatz

Was wäre die Kreisklasse ohne positiv Bekloppte? Da treffen sich am Wochenende zwei Personen, der eine Trainer, der andere ist Schiedsrichter. Der Eine fährt seit Jahren 3 mal in der Woche mit dem Fahrrad von Bremen nach Oyten, um einer wildgewordenen Horde von alkoholisierten und adipösen Fußballlegasthenikern ein Mindestmaß an Fußballgrammatik in Birne und Beine zu bimsen. Der Andere fährt mit dem Fahrrad aus Riede kommend bei Wind und Wetter zu jeder Spielansetzung, um für ein Mindestmaß an Recht und Ordnung zu sorgen. Was wäre die Kreisklasse also ohne solche „Bekloppten“? Es wäre ein Freudenhaus ohne Freuden, ein Puff mit dem Papst als Puffmutti.

Fahren zwei positiv Verrückte mit dem Fahrrad zum Fußballspiel

Regeltechnisch geleitet wurde am Wochenende das Punktspiel TV Oyten III gegen Borstel FC. Gespielt wurde auf dem Hauptplatz in Oyten mit einer Spielzeit von 2×45 Minuten. Gespielt wurde mit einem Ball in runder Ausführung und zwei Mannschaften à 11 Feldspieler inklusive Torhüter; so wie es im Regelwerk steht. Was nicht im Regelwerk steht, ist, dass die 3. Herren am Ende als Sieger vom Platz geht. Wir können aber an dieser Stelle schon mal vorab berichten: Antrag auf Regeländerung läuft! … und da der Hauptplatz in Oyten, die Heimstätte unserer 1. Herren, nun schon seit einiger Zeit keinen Sieg mehr gesehen hatte, möge unser Erfolg gegen Borstel FC, den wir über 90 Minuten in die Rasenwurzeln getreten haben, positiv auf unsere 1. Herren in den kommenden Heimspielen ausstrahlen und dabei helfen, den Schalter endlich umzulegen.

Aber nun zum Spiel. Es war über weite Phasen sehr unruhig, sehr hektisch und sehr kleinteilig. Manchmal glich es einem Schulhofgeknödel. Fans der bajuwarischen Hausmannskost wären hier allein beim Anblick voll auf ihre Kosten gekommen. Durch die Kleinteiligkeit hatte der Schiedsrichter viele Situationen zu entscheiden, was er mit aller zur Verfügung stehenden Souveränität, Abgeklärtheit und dem richtigen Augenmaß tat. Allerdings hat die Hektik nicht gerade einen positiven Einfluss auf den Spielfluss; wobei durch Oyten doch gar kein Fluss fließt. Die fehlende Flusshaftigkeit im Fluss des Balles führte dazu, dass das Passspiel beider Mannschaften in seiner elongierten Ausprägung in allen drei Raumachsen, also Länge, Breite, Höhe, zelebriert wurde. Mit anderen Worten: Es wurde gebolzt, was das Zeug hielt. Nicht schön, aber am Ende zählen halt nur die 3 Punkte.

Unsere Halbzeitführung war, dies muss man ehrlicherweise zugeben, schon etwas glücklich. Die Gäste aus Borstel hatten zahlenmäßig die besseren Chancen. Die beste Gelegenheit für Borstel konnte von Nassim Ghariz in letzter Sekunde auf der Torlinie verhindert werden. Entscheidend dabei war aber auch, dass beim versuchten Lupfer des Angreifers Mario Gröger den Ball an die Hand bekam und dadurch die Flugbahn um wenige Grad verändert wurde. Steilere Flugkurve, höherer Scheitelpunkt der Flugparabel, längere Flugphase. All dies verschaffte Nassim die notwendige Zehntelsekunde für seine Rettungstat. Auch weitere gute Gelegenheiten ließen die Gäste aus und so konnten wir in der 20. Minute mit einer Russenfackel der Marke Andy Krist den Führungstreffer erzielen. Zuvor hatte Felix Polacek in der 7. Minute nach Hereingabe von Ole Großklaus schon die Führung auf dem Fuß. Doch trotz des Tores blieb das Spiel ein Geknödel und die Gäste weiter gefährlich. Da kam nach 45 Minuten die Halbzeit zum richtigen Zeitpunkt.
Gleich mit Wiederanstoß hatte Sandro Böschen das 2:0 auf dem Fuß, traf aus ausichtsreicher Position allerdings nur das Außennetz. Besser machte es Johannes Wrede in der 55. Minute nach einem Freistoß von Julian Müller per Direktabnahme. Unhaltbar versenkte Jojo den Ball von der Strafraumkante. Das Spiel wurde mit der 2:0-Führung aber nur phasenweise ruhiger, geknödelt wurde nämlich weiterhin. Etwa 10 Minuten vor Ende legte Julian Müller den Ball per Bogenlampe dem Gästetorwart zum 3:0 in die Maschen. Ähnlichkeiten zu einem anderen Tor in der Vergangenheit sind rein zufälliger Natur. Tobias Hollander musste mit dem Schußpfiff noch einmal ernsthaft eingreifen, dann waren die 3 Punkte im Sack, das Spiel beendet und der Hauptplatz hatte seit einiger Zeit mal wieder einen Sieg gesehen.

Endlich hat Oko einen in seiner Größe gefunden

79. min Andreas Itzens Kommentar zu einem Zweikampf von Ole Großklaus
Da freut sich Jemand nach seiner Auswechslung auf die Germknödel

Wer sich von der hektischen Knödelspielweise nicht hat anstecken lassen, wird dem geneigten Leser an dieser Stelle wohl schon klar sein. Es war unser Andreas Itzen. Wieder einmal lief ein Spiel komplett an ihm vorbei; und mit dem Spiel auch Gegenspieler, Ball, Schiedsrichter und Bandenwerbung. Überhaupt nicht am Spiel teilnehmend, stand er im Mittelfeld nur rum und träumte von bayrischen Knödeln mit Weißbier und Leberkäs. Nur hier und da streckte Itzen mal das eine oder andere Bein raus, um in sinnloser Weise Foulspiele zu produzieren. Verwundert über diese spielerische Leistung war man im Trainerteam aber nicht, hat sich dies doch bereits wiedereinmal unter der Woche beim Freitagstraining angedeutet. Somit war die Auswechselung in der 70. Minute nur folgerichtig und moralisch nicht zu beanstanden. Was danach geschah, kann nur noch mit den Nachwirkungen der verkorksten Woche in München erklärt werden. Kaum auf der Bank, knabberte er am mitgebrachten Knödel und schob bezugnehmend auf die Körpergröße einen Spruch in Richtung Oko hinterher. Nach kurzer Rücksprache im Trainerteam war klar, dass da jetzt härtere pädagogischen Maßnahmen anstehen. Diesen itzigen Umtrieben muss ein Ende bereitet werden.

TV Oyten III vs Borsteler FC – 3:0

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